Auf folgende Kriterien wird bei einer umweltfreundlichen Reise besonderen Wert gelegt:
Für alle Reisen werden die CO2-Emissionen pro Aufenthaltstag und Person errechnet. Die Umweltwirkungen werden nach wissenschaftlichen Ökobilanzdaten erfasst.
Umweltfreundliche Verkehrsmittel, wie die Bahn, sollten bei der Planung der Reise vorgezogen werden. Flugreisen sind möglich, wenn die Aufenthaltsdauer mehr als 7 Tage beträgt und das Reiseziel weiter als 700 km entfernt liegt. Für geringere Entfernungen können umweltfreundlichere Verkehrsmittel ohne Qualitätseinbußen gewählt werden. Bei Reisen mit einem Ausstoß von mehr als 20 kg CO2 pro Person und Aufenthaltstag muss der Veranstalter eine bestimmte Anzahl an Zusatzmaßnahmen umsetzen, um die geforderten Punkte für das Umweltzeichen zu erreichen. Ab 100 kg CO2 pro Person und Tag ist eine CO2-Kompensation (bis 150 kg für Kurz- und Mittelstreckenflüge bzw. 200 kg für Langstreckenflüge) verpflichtend. Darüber hinaus ist eine Zertifizierung mit dem Umweltzeichen auch mit CO2-Kompensation nicht mehr möglich.
Die CO2-Kompensation muss durch den Veranstalter bei anerkannten Organisationen erfolgen. Klimaschutz Kompensationsprojekte müssen zur Vermeidung von CO2-Emissionen beitragen, sollen zusätzliche positive ökologische und sozioökonomische Nebeneffekte sowie größtmögliche Transparenz in der Projektabwicklung und Mittelverwendung und eine externe Kontrolle durch unabhängige Prüfer aufweisen. Bei Reiseangeboten innerhalb von und nach Österreich, in denen An- und Abreise nicht inkludiert sind, muss der Veranstalter auf die Möglichkeiten einer umweltfreundlichen Anreise hinweisen.
Unter einer Ökobilanz versteht man die Analyse der Umweltwirkungen eines Produkts während seines gesamten Lebensweges (Produktion, Nutzung, Entsorgung) sowie die damit verbundenen vor- und nachgeschalteten Prozesse (z.B. Herstellung der Rohstoffe). Umweltwirkungen sind sämtliche umweltrelevante Entnahmen aus der Umwelt (z. B. Erze, Rohöl) sowie die Emissionen in die Umwelt (z.B. Abfälle, CO2). Durch Ökobilanzdaten wird die Umweltbelastung einzelner Produkte vergleichbar. Auch die CO2 Äquivalente von Transportmitteln können durch eine Ökobilanz ermittelt und dargestellt werden.
Die für das Österreichische Umweltzeichen für Reiseangebote verwendeten Daten stammen vom Umweltbundesamt aus den Computerprogrammen GEMIS (Globales Emissions Modell Integrierter Systeme für Österreich) und HBEFA (Handbuch der Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs).
CO2 Emissionen (Äquivalente) einiger Verkehrsmittel:
|
Emissionsdaten:
|
|
CO2-Äquivalente
|
|
Bus
|
|
59,4 g / Pkm
|
|
Bahn
|
|
17,8 g / Pkm
|
|
Flugzeug
|
Kurzstrecke (bis 1.500 km)
|
365,2 g / Pkm
|
|
|
Mittelstrecke (1.501-3.500 km)
|
321,0 g / Pkm
|
|
|
Langstrecke (über 3.500 km
|
172,8g / Pkm
|
Quellen: Umweltbundesamt (HBEFA und GEMIS-Österreich)
Links:
Flugzeugtriebwerke emittieren mehrere klimawirksame Schadstoffe (CO2, NOx, sowie verschiedene Partikel aus Ruß oder Schwefel) die in der Atmosphäre unterschiedliche Umweltauswirkungen haben. Abhängig von Flughöhe, geographischer Breite oder Feuchtigkeit kommt es zum Beispiel zur Bildung von Ozon oder Eiswolken. Damit sind die Auswirkungen schwerer in ihrer Gesamtheit zu beurteilen.
Um eine möglichst genau Berechnung zu erhalten werden alle Schadstoffe in CO2 Äquivalente umgerechnet. Dies geschieht durch den RFI (Radiative Force Index, berechnet vom zwischenstaatlichen Ausschuss für Klimaänderung der Vereinten Nationen) der alle Faktoren berücksichtigt. Grob gesprochen werden pro kg verbranntem Kerosin 3,16 kg CO2 freigesetzt. Weitere entscheidende Einflüsse sind natürlich Flugzeugtyp, Alter der Triebwerke, Auslastung/Bestuhlung der Maschine etc. Auch die Entfernung des Reiseziels spielt eine Rolle, da die Start und Landephasen einen höheren Treibstoffverbrauch haben. Deswegen werden beim österreichischen Umweltzeichen für Reiseangebote Flüge unter 700km Länge nicht zertifiziert und ansonsten bei der Punktevergabe zwischen Mittelstrecken und Langstreckenflügen unterschieden. Fest steht auch, dass die Anzahl der Flugreisen in den nächsten Jahren weiterhin stark zunimmt und daher ihr Einfluss auf den Treibhauseffekt steigt.
Links:
Wer nicht auf Flugreisen verzichten kann oder will, hat die Möglichkeit bei verschiedenen Organisationen Ausgleichszahlungen - ähnlich dem Handel mit Emissionsrechten - für den von ihm verursachten CO2 Ausstoß zu leisten. Dabei werden zunächt mit Hilfe eines mathematischen Modells („CO2-Rechner“) die CO2 Äquivalente errechnet und dann bestimmt, für welchen Betrag diese Menge an CO2 in einem Klimaschutzprojekt eingespart werden kann.
Die Klimaschutz Kompensationsprojekte für das Österreichische Umweltzeichen müssen nachweislich zur Vermeidung von CO2-Emissionen (bzw. CO2-Äquivalenten) beitragen, sollen zusätzliche positive ökologische und sozioökonomische Nebeneffekte sowie größtmögliche Transparenz in der Projektabwicklung und Mittelverwendung und eine externe Kontrolle durch unabhängige Prüfer aufweisen.
Als Nachweis gelten z.B. als Certified Emission Reductions (CER) anerkannte Projekte im Rahmen des Clean Development Mechanism (CDM) des Klimasekretariats der Vereinten Nationen (UNFCCC), der Goldstandard oder nationale Klimaschutzprojekte deren Beurteilungskriterien dem Standard der inländischen Umweltförderung des österreichischen Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft entsprechen.
Links:
|